Geschichte

Die erste Kunde von Obergünzburger Schützen stammt aus dem Jahre 1526. Damals waren die Fürstäbte des Stiftes Kempten interessiert, zum Schutze ihres Gebietes den Schießsport zu fördern. So stiftete der Kemptener Fürstabt Wolfgang von Grünenstein Ehrenpreise zur Ausrichtung eines Preisschießens. Dies war der Beginn der Preisschießen in Obergünzburg, welches heute noch als Freischießen seinen festen Platz im Obergünzburger Jahresablauf hat.

Der Name „Freischießen“ wurde erstmals im Jahre 1733 erwähnt, als das Stift Kempten eine Schützenverordnung erließ. Darin war zum Beispiel geregelt, dass die Schützen nicht mit geladenen Waffen zum Stand kommen, unterwegs nicht schießen und am Stand nicht streiten und fluchen sollen.

Die älteste erwähnte Schießstätte war die „Schießmur auf dem Espann“ im Westen von Obergünzburg. Diese alte Schießstätte von 1526 befand sich anscheinend 1762 in einem so schlechten Zustand, dass Fürstabt Innocentius von Riedheim und Kempten am 09.02.1765 die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Schießstätte bei der heutigen „Hintere Post“ im alten Markt erteilte.

1804 beim großen Brand in Obergünzburg brannte auch dieses Schießhaus ab und mit dem Haus verbrannte auch das alte Schützenbuch mit wichtigen Dokumenten.

Im Anschluss daran entstand eine neue Schießstätte beim heutigen „Gasthof zum Schwanen“ im Norden des Marktes Obergünzburg.

Am 20. Mai 1848 wurde erstmals für die Feuerschützengesellschaft eine Vereinsfahne in Schwarz-Rot-Gold angeschafft.

Am 27.12.1968 wurde aus der Feuerschützengesellschaft Obergünzburg ein „Königlich privilegierter Verein“. Hierbei handelt es sich um eine Rechtsfähigkeit, die durch den bayerischen König verliehen wurde. Ein kgl. priv. Verein steht einem rechtsfähigen Verein gleich, ohne dass er in das Vereinsregister eingetragen zu werden braucht. Diese besondere Rechtsform wurde an einige Feuerschützengesellschaften in Bayern verliehen, mit Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches am 01.01.1900 war es nicht mehr möglich, ein kgl. priv. Verein zu werden.

1886 wurde schließlich eine neue Schießstätte im alten Markt errichtet.

Während des 1. Weltkrieges und danach bis 1919 fand kein Schießen statt, ebenso ruhte der Schießbetrieb von 1939 bis 1951 als Folge des 2. Weltkrieges.

Aufgrund der gestiegenen Erfordernisse und der Tatsache, dass sich die Schießstätte mitten im Ort befand, wurde 1974 mit der Planung für eine neue Schießstätte beim Johanniskeller begonnen. Diese damals sehr moderne Schießanlage wurde 1976 eingeweiht.

Diese Schießstätte sollte ab 1997 um 100m-Schießbahnen erweitert und vergrößert werden. Leider kam es nicht mehr dazu, da am 28.01.1997 ein gewaltiger Felssturz die bestehende Anlage verschüttete. An einen Wiederaufbau war nicht zu denken.

Der Markt Obergünzburg stellte der Feuerschützengesellschaft ein Grundstück gegenüber dem Lenzkeller an der Kemptener Straße zur Verfügung. Mit einer beispiellosen Arbeitsleistung der Mitglieder wurde die neue Schießanlage nach nur 5 Monaten Bauzeit am 14.08.1998 eingeweiht. Bis heute handelt es sich hierbei um eine der modernsten Schützenanlagen im Allgäu.

Nur 10 Jahre später wurde mit der Planung der ersten Indoor Bogenhalle im Regierungsbezirk Schwaben begonnen. Diese Halle mit einer Grundfläche von 40 x 14 Metern wurde in 2009 eingeweiht und wird seither durch die neu gegründete Abteilung Bogenschützen genutzt.

 

Da das alte Schützenbuch samt Aufzeichnungen 1804 verbrannte, können wir im Folgenden nur die Schützenmeister seit 1805 aufzählen:

1805 – 1810    Josef Anton Renn

1810 – 1830    Georg Zeller

1830 – 1842    Johann Baptist Mahler

1842 – 1845    Josef Wankmüller

1845 – 1846    Josef Hartmann

1846 – 1877    Johann Baptist Gabler

1877 – 1883    Sebastian Niederhofer

1183 – 1885    Michael Gabler

1885 – 1887    Max Floßmann

1887 – 1907    Michael Gabler

1907 – 1911    Sekretär Winkelmann

1911 – 1920    Franz Xaver Osterberger

1920 – 1970    Hans Gabler

1970 – 1990    Dr. Jörg Gabler

1990 – 1999    Dr. Jörg Dausacker

1999 -             Max-Josef Schwarzer